Kleines Logbuch


Dieses Jahr haben wir ein 10=7 Angebot genutzt und vom 18.06. - 27.06. mit fünf Personen die Sama, eine Bavaria 37/2, ab Heiligenhafen gechartert. Eigentlich war geplant, in diesen 10 Tagen Fyn ganz gemütlich zu umrunden. Leider hat uns da das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch dazu später mehr...

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Fünf Tage vor der geplanten Übergabe rief der Vercharterer an, um anzubieten, die Yacht schon einen Tag früher zu übernehmen. Da nur Steffi und ich schon vorher Urlaub hatten, sind wir zu zweit am Dienstag nach Heiligenhafen gefahren, um die Übergabe in Ruhe durchzuführen, die bereits gelieferten Lebensmittel einzuräumen usw. Der Rest der Crew kam dann am Mittwoch passend zum Frühstück mit frischen Brötchen an Bord :-).
Mittwoch,
18.06.
Eigentlich wollten wir am ersten Tag Fehmarn umrunden, um die Yacht etwas kennen zu lernen und einige Manöver zu üben. Vor dem Ablegen standen aber noch Sicherheitseinweisung und Lecksicherungsrolle auf dem Programm. Da der Wind am späten Vormittag leider gänzlich einschlief, entschlossen wir uns nach einigem Rumdümpeln und Sonnenbaden, unter Motor zurück zu fahren. Weiter als bis auf Höhe Westermarkelsdorf sind wir nicht gekommen, Segelmanöver üben war natürlich ohne Wind auch nicht möglich.

Donnerstag, 19.06.
Da ist der Wind wieder, SW 4 Bft. Wir laufen mit Kurs Marstal aus. Nach ca. einer Stunde beginnt der Wind stark aufzufrischen - Sturmwarnung. Einige Reffs später müssen wir die Segel ganz runter nehmen und unter Motor weiterfahren. Die Böen wurden einfach zu stark und unser Dickschiff war bei querlaufenden Seen von 1.5-2m schlecht auf Kurs zu halten. Da der Wind immer noch zunimmt und einige von uns inzwischen stark mit Seekrankheit zu kämpfen haben, beschliessen wir, den ersten möglichen Hafen anzulaufen - Bagenkop auf Langeland. Da der Wind bei der Ansteuerung achterlich kommt und die Seen uns von hinten überholen, ist die Ansteuerung nicht ohne, klappt aber letztlich problemlos. Schliesslich finden wir auch eine freie Box, die breit genug für unsere Yacht ist und sind froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Inzwischen bläst es mit 7-8 Bft. Die Sanitären Anlagen in Bagenkop sind übrigens komplett erneuert worden und sind jetzt wirklich klasse.

Freitag, 20.06.
W 7-8 Bft, in Böen 9-10, Gewitterschauer. An Auslaufen ist nicht zu denken. Da es aber von oben trocken ist, unternehmen wir eine Wanderung zum Leuchtturm Kelsnor.
Samstag, 21.06.
W 7-8 Bft, in Böen 9-10, Gewitterschauer. Der Trogsturm im Kattegat hat immer noch nicht nachgelassen. Wir fahren daher mit dem Bus nach Rudkøbing zum Shoppen.
Sonntag, 22.06.
Der Wind hat endlich nachgelassen, ist aber noch zu stark um Flintegrund NO von Ærø zu befahren. Dort stehen aufgrund der geringen Wassertiefe bei Westwind steile Seen. Wir canceln daher den Plan, Fyn zu umrunden, und nehmen uns stattdessen Lohals als Tagesziel vor. Das Wetter ist perfekt zum Segeln. Abends drehen wir noch eine Runde durch das Naturschutzgebiet an der Nordspitze Langelands.

Montag, 23.06.
Tagesziel wäre eigentlich Mullerup. Da der Wetterbericht aber schon wieder Sturm aus W ansagt, segeln wir nur bis zur Brücke über den Grossen Belt (muss man gesehen haben) und nehmen dann Kurs auf Omø. Im niedlichen Hafen von Omø angekommen, hat der Wind schon wieder 7 Bft erreicht. In einem heftigen Gewitter mit extremem Regen und Böen wagt sich später eine 43 Fuss Yacht aus Rostock in den engen Hafen und wird prompt beim Wenden von einer Böe auf die Hafenmole gedrückt. Die Crew steht dabei komplett an Deck und hält sich trotz Gewitter an Wanten und anderen Metallteilen fest. Es wäre bestimmt besser gewesen, das Gewitter ausserhalb des Hafens abzuwettern und die Crew unter Deck zu schicken...

Dienstag, 24.06.
W 7-8 Bft, in Böen 9, Gewitterschauer. Wir bleiben im Hafen und schauen uns die kleine Insel genauer an. Ein Besuch auf Omø lohnt sich wirklich. Man fühlt sich ins 19. Jahrhundert zurück versetzt, der niedliche Ort Omø By wirkt wie ein Freilichtmuseum. Der kleine Leuchtturm der Insel ist auch einen Abstecher wert.

Mittwoch, 25.06.
Der Sturm tobt immer noch, soll aber im Laufe des Tages nachlassen. Wir verlassen den Hafen gegen 11 Uhr bei 7 Bft. und setzen Segel (natürlich gerefft ;-)Richtung Spodsbjerg . Nach der Querung des Grossen Belt hoffen wir unter Land ein wenig geschützter segeln zu können. Der Wind lässt ziemlich schnell nach und wir bekommen perfektes Segelwetter. In Spodsbjerg angekommen, schläft der Wind bald völlig ein.

Donnerstag, 26.06.
0-2 Bft. Wir verlassen Spodsbjerg in Richtung Heiligenhafen bei raumem Wind und machen mit Schmetterling 2-3 Knoten. Andere Yachten mit Spinnacker kommen auch nicht schneller voran. Gegen Mittag haben wir immer noch nicht die Südspitze Langelands passiert und der Wind schläft wieder völlig ein; somit sind wir gezwungen den Rest der Strecke unter Motor zu fahren. Schade. In Heiligenhafen angekommen belohnen wir uns mit einem leckeren Abendessen.

Freitag, 27.06.
Übergabe der Yacht und Heimfahrt. Da in Dänemark, Schweden und einigen Bundesländern die Ferien begonnen haben, ist Staustehen oder Landstrassenfahrt angesagt.


Alles in allem war das wieder ein echt gelungener Urlaub. Wie sagte Marko so treffend: "Ich glaube, ich habe noch nie einen so erholsamen Urlaub gemacht". Dem kann ich mich nur anschliessen.

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