Kleines Logbuch


Dieses Jahr haben wir wieder ein 10=7 Angebot genutzt und vom 13.06. - 24.06. die "Trio", eine GibSea 352, ab Heiligenhafen gechartert. Mit vier Personen hatten wir reichlich Platz und unsere beiden mitreisenden Junggesellen konnten sich jeweils in einer Einzelkabine breitmachen.
Eigentlich wollten wir dieses Jahr mal ab Greifswald chartern und die Gegend um Rügen, Usedom und Hiddensee erkunden. Durch einen Buchungsfehler war die reservierte Yacht dann aber plötzlich anderweitig vergeben und wir bekamen vom Vercharterer dafür das Angebot, eine Yacht ab Heiligenhafen zu bekommen und diese dann statt am Mittwoch schon am Montag nachmittags zu übernehmen.
Im Vergleich zu den letzten Jahren hatten wir mittelmeermäßiges Wetter mit viel Sonne und leider meist zu wenig Wind.

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Montag, 13.06.
Heiligenhafen
Da wir die Yacht erst spätnachmittags übernehmen konnten, haben wir nicht mehr abgelegt. Wir haben uns stattdessen viel Zeit mit dem Einräumen gelassen und sind abends noch schön essen gegangen.
Dienstag, 14.06.
Heiligenhafen - Wendtorf
Gegen 11 Uhr ging es nach Sicherheitseinweisung und dem Anpassen der Rettungswesten los. Das erste Törnziel lautet Wendtorf. Bei strahlendem Sonnenschein und schwachen südöstlichen Winden segeln wir aus dem Fehmanrsund Richtung Kiel. Leider ist das Schiessgebiet gesperrt. Wir können aber nach Rücksprache mit dem Sicherungsboot zumindest etwas abkürzen. Von Tonne H9 auf H3 und dann auf H2 zu. Um 18:35 Uhr sind wir fest in Wendtorf und geniessen einen spektakulären Sonnenuntergang

Mittwoch, 15.06.
Wendtorf - Maasholm
Um 10 Uhr legen wir ab mit Ziel Maasholm. Leider haben wir keinen Wind und queren so die Fahrwasser der Kieler Bucht unter Motor. Nach den Fahrwassern geht es unter Groß und Genua weiter Richtung Schleimüde. Im Sperrgebiet nördlich von Damp finden Unterwassersprengungen statt. Die Erschütterungen hören sich durch den Rumpf unserer Yacht echt gruselig an. Gegen 14:30 Uhr haben wir Schleimünde in Sicht und ändern den Kurs in die Schlei hinein. Um 15:15 Uhr liegen wir im Hafen von Maasholm und erkunden das kleine Örtchen. Abends beobachten wir dann noch zwei Kiter. Dazu gibt es gegrilltes vom Einmalgrill...

Donnerstag, 16.06.
Maasholm - Sønderborg
Tagesziel ist Sønderborg in Dänemark. Wir legen um 9:15 Uhr ab und segeln an Schleimünde vorbei zurück in die Ostsee. Kurze Zeit später schläft der Wind wieder ein und wir entscheiden uns nach längerem Rumgedümpel, die Aralfock zu setzen. Dann der Schock: Der Moter springt nicht an. Kein Mucks. Alle Intrumente sind ebenfalls ausgefallen. Nach kurzem Suchen stellt sich heraus, das einer der Mitsegler aus Versehen den Batteriehauptschalter vor seiner Koje mit dem Fuß ausgeschaltet hat. Puh. Nachdem ich den Schalter wieder eingeschaltet habe, tut wieder alles, wie gewünscht. Kurze Zeit später haben wir den Leuchtturm Falshöft querab und ändern den Kurs auf Kalkgrund zu. Auf dem neuen Kurs reicht der Wind, um gemächlich zu segeln. Um 12:48 Uhr überqueren wir die Grenze zu Dänemark. Um 14:30 Uhr haben wir einen Liegeplatz im Yachthafen von Sønderborg gefunden und unternehmen wieder einen Landgang.
Freitag, 17.06.
Sønderborg - Als-Fjord - Årø
Das erste Mal ist das Wetter nicht sonnig, als wir am nächsten Morgen den Hafen von Sønderborg verlassen um durch den Als-Fjord zu segeln. Dafür gibt es mal etwas Wind. Die Fahrt durch den engen Fjord unter Segeln ist klasse. Leider fehlt zum Fotografieren aber die Sonne. Als wir den Sund gegen Mittag verlassen, frischt der Wind immer mehr auf und der Himmel wird immer bedrohlicher. Über Funk gibt Lyngby Radio Gale warning. Allerdings ist der Empfang so schlecht, dass ich leider nicht verstehe, für welchen Bereich die Warnung gilt. Wir reffen das Groß und verkleinern die Genua. Gegen 14 Uhr kommt der Årøsund in Sicht. Um 14:50 Uhr liegen wir im Hafen von Årø. Der böeige Wind pfeift jetzt ordentlich durch die Takelagen der Segelboote aber der befürchtete Regen setzt erst ein, als wir unsere Trio fest in der Box vertäut haben. Das nennt man Glück ;-). Nachdem sich der Schauer verzogen hat, laufen wir noch etwas über die wirklich sehenswerte kleine Insel.

Samstag, 18.06.
Årø - Æroskøbing
Das windige Wetter ist schon wieder vorbei. Bei Sonneschein und schwachem Wind legen wir mit Kurs auf Æroskøbing ab. Nachdem wir im letzten Jahr Æroskøbing ja wegen Sturmwarnung auslassen mußten, scheint uns das Wetter dieses Mal keine Strich durch die Rechnung machen zu wollen. Im Gegenteil die Sonne brennt und der Wind schläft gegen Mittag wieder mal komplett ein. Wir haben Æro schon in Sicht und helfen mit dem Motor ein Stück nach, um unter Land wieder ein bischen Seewind zu ergattern. Das klappt auch und wir können die Strecke bis zur Ansteuertonne noch unter Segeln zurücklegen. Um 17:15 liegen wir im Hafen von Æroskøbing und besorgen uns zuerst einen original Dänischen Hotdog. Ich bin immer wieder begeistert von Æroskøbing. Eine wirklich selten hübsche kleine Stadt...

Sonntag, 19.06.
Æroskøbing - Svendborg
Wieder einmal haben wir nur schwachen Wind. Es reicht aber zumindest bis zum Svendborg-Sund, um zu segeln. Im Sund schmeißen wir wieder den Motor an und legen das letzte Stück bis in den Stadthafen unter Motor zurück. Vom Sund aus kann man schon den Steg mit Traditionsschiffen sehen, zu dem wir uns gleich nach dem Anlegen begeben. Ansonsten bietet Svendborg eine recht hübsche Innenstadt mit Fußgängerzone, die vom Stadthafen aus gut zu erreichen ist. Das Highlight ist aber der Sund selbst mit den alten Villen und Stegen vor der Haustür

Montag, 20.06.
Svendborg - Lundeborg
Der östliche Teil des Svendobrg-Sund ist der schönere. Da der Wind aus der richtigen Richtung weht, können wir den Sund ohne den nervigen Lärm des Motors ungestört genießen. Kaum haben wir den Sund verlassen und sind auf Nordkurs gegangen, als der Wind wieder einmal einschläft. Wir warten ein- zwei Stündchen auf Wind und starten dann doch wieder den Motor, um ein bischen voran zu kommen. In Lundeborg angekommen, ergattern wir die letzte Box mit ausreichend Wassertiefe für unsere Yacht und merken erst, als das Boot perfekt vertäut ist, dass das Landstromkabel nicht bis zum nächsten Verteiler reicht. Da wir bei der Hitze die Kühlbox brauchen, verlegen wir nochmal an die Mole und gehen dann erstmal zum Strand nördlich des Ortes. Abends verschleißen wir dann wieder einen Einmalgrill und genießen den Ausblick auf Langeland.

Dienstag, 21.06.
Lundeborg - Omø
Unser Törnziel ist heute Omø. Viel Wind haben wir wieder nicht, es soll aber im Laufe des Tages auf 5 aus Nordwest auffrischen. Wir nehmen erstmal Kurs auf die Brücke über den Großen Belt, segeln ein außerhalb der Fahrwasser ein Stück parallel zur Brücke und nehmen dann Kurs auf Omø. Das letzte Stück bis zum Hafen bläst dann auch mit den versprochenen 5 Windstärken. Im Hafen ist reichlich Platz, so dass wir eine der Boxen, die fast genauso breit sind, wie lang, komplett belegen. Wenn der Hafen voll ist, liegt man mit Springs zu zweit in einer Box. Am Abend kommt noch eine Ketch rein, die so lang ist, dass sie die ohnehin schon enge Boxengasse zur Hälfte versperrt. Am nächsten Morgen sind dadurch natürlich Probleme vorprogrammiert. Bis auf eine Yacht schaffen es aber alle eiligen, ohne irgendwo anzuecken, die Boxengasse zu verlassen. Meine Crew macht noch einen Spaziergang über die Insel, während ich das Hafenkino genieße. Wir haben nur einen kurzen Schlag nach Spodsbjerg vor uns und somit viel Zeit.

Mittwoch, 22.06.
Omø - Spodsbjerg
Als wir kurz vor Mittag ablegen, haben wir immer noch ca. 5 Windstärken. Wir setzen das Groß gerefft und segeln östlich vom Verkehrstrennungsgebiet in Richtung Süden. Vor Spodsbjerg queren wir das Trennungsgebiet und legen im fast leeren Hafen von Spodsbjerg an. Es ist Mitsommer (in Dänemark wird Mitsommer am 22.6. gefeiert) und es wird eine als Hexe verkleidete Frau im Bollerwagen durchs Dorf geschoben. Niedlich.

Donnerstag, 23.06.
Spodsbjerg - Heiligenhafen
Der letzte Schlag dieses Urlaubs steht an. Da der Wind laut Wetterbericht im Laufe des Tages wieder einschlafen soll, legen wir recht früh ab, um noch möglichst viel Weg unter Segeln zurücklegen zu können. Wir rauschen auf Amwindkurs westlich des Verkahrstrennungsgebiets nach Süden. Als wir die Südspitze Langelands querab haben, verläßt uns der Wind. Der Motor muß ran. Als Fehmarn querab liegt, haben wir wieder etwas Wind (Seewind). Wir segeln bis kurz vor die Hafeneinfahrt nach Heiligenhafen, bevor wir die Segel zum letzten Mal in diesem Urlaub wegnehmen. Jetzt noch schnell getankt und dann ab in die Box. Wir wollen schließlich noch was essen gehen. Gegen 20 Uhr sitzen wir im Restaurant und feiern den gelungenen und unfallfreien Törn.

Freitag, 24.06.
Wir übergeben die Yacht und machen uns auf den Heimweg. Da in Dänemark, Schweden und einigen Bundesländern die Ferien begonnen haben, ist auf den Autobahnen reichlich los. Wir kommen aber trotz einiger Staus recht gut durch.


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